Erik Cohen – Nostalgie für die Zukunft

von AlterVerwalter

erikcohenOh bist du geil! Harte Gitarren, bisschen gehauchtes „oh yeah“ und los geht die Schlager-Schunkel-Orgie. Wie hieß noch diese bleiche Hohlbirne mit der Koksnase? Wolfsheim? Peter Heppner? Das war ja schon unterste Schublade, der Heinz G. Konsalik des Gothrock, Vorläufer für so untragbare Arschfaltenausschläge wie Unheilig, aber hier hat er seinen Meister gefunden. Meine Damen und Herren: Erik Cohen, King of Wurstgesang.
Auf gefühlt 1000 Gesangsspuren schmachtet sich der Möchtegern-Wikinger durch einen Berg an Metaphern, Moment, Berg wäre zu viel gesagt, das ist so dermaßen flach getextet, dagegen ist Holland ein Hochgebirge. Wie kann man nur so viel Kitsch in ein paar Worte packen? „Wilde Blumen sprühen rote Farben / dulden keinen Widerstand / Augen die klar wie die Sterne funkeln / bringen dich um den Verstand“. Ahhh! Da spuck ich doch direkt mein Müsli auf die Tastatur. Dass ihm nicht selbst die Ohren bluten bei dieser unterirdischen Ohrmuschelschinderei, ich glaub der kriegt selbst schon lange nichts mehr mit. Was hat er bitte vorher gemacht? Ghostwriter für Rosamunde Pilcher? Ach nee, Sänger bei Smoke Blow, der prolligen Testosteron-Bombe aus Kiel. Mal ehrlich, das Mackertum dieser überbewerteten Dorfkombo ging einem ja schon ziemlich auf den Sack, aber was sich der Frontmann hier erlaubt hat ja wohl dermaßen null Eier, im Frühstücksfernsehen wird mehr Rock gespielt, selbst das Testbild im TV (kennt von euch Würmern eh keiner mehr) hatte mehr Groove.
Bevor ich die CD im Wald verbuddel, schnell noch das Quoten-Wortspiel, soll ja keiner behaupten ich hätte keinen Sinn für schlechten Humor: Erik hat echt nicht mehr alle Letten am Zaun.

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