Marathonmann – Kein Rückzug kein Aufgeben EP

von Gastwriter

Gastbeitrag von El Popo

marathonmann-epNa das kann bei dem Namen ja schon nix werden. Marathonmann… Marathon, Nike, und sofort seh ich durchtrainierte Sportskanonen vor meinem Auge, die ganz oben in der Gunst von Adolf H. und Leni Riefenstahl gestanden hätten. Gescheitelt, ohne Makel, mit Airmax an. Hipster. Hassobjekte, die es jeden Tag aufs Neue auf der Straße einen Tritt in die Weichteile verdient haben. Schon verschissen, Jungs.
Dann diese EP, extended play, die größte Mißgeburt der Musikindustrie. Weder Single, noch richtiges Album. An Halbherzigkeit nicht zu überbieten, reines Geldmachen für Zwischendurch, „bevor unser nächster Longplayer kommt, weil Ihr ja sonst nicht ohne uns leben könnt“… Am Arsch!! Nur Lappen veröffentlichen ne EP, und Studenten mit zuviel Zeit zwischendurch.
Ja und wenn man sich den Dünnpfiff dann im Detail anguckt, hocken da 7 Stücke, 3 davon auch noch akustische Aufwärmscheiße vom letzten Longplayer, und können sich nicht entscheiden, ob man jetzt krasser (ja wie soll ich den Rotz jetzt eigentlich definieren…?) Hardcore, Studenten-Rock oder doch Omas eingeschlafene Füße aus dem Polen-Feldzug sein will. Erst wird man mit kleinen Teenager-Hoden Möchtegern-hart angeschrien, um danach akustisch zu Micha Schuhmacher ins künstliche Koma geschickt zu werden. Den Rest kriegt man schon nicht mehr mit, weil man plötzlich evolutionär gelernt hat, aus den Ohren zu kotzen.
Marathonmann stehen für diese ganze neue Generation junger deutscher Bands, die ganz neumodern grenzenlos sein wollen, ohne Schubladen, sowohl hart rockend, als auch zart unplugged für die Girls und anderen Softie-Freunde. „Posthardcore mit deutschem Gesang“ nennt man das wohl. Da haben sogar die Onkelz mehr Eier und Profil.
„Begegnen/wiedersehen/weitergehen“ ist der letzte Song auf diesem Witz von Tonträger. Ich schlage vor, ganz schnell weiter zu gehen, bevor mir die Hand ausrutscht, Freunde…

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