Punkrocködnis

endlich ehrlich

Kategorie: Live

Kurze Abhandlung über das Publikum auf Punkkonzerten 2014

by doktordoof

Gibt es eine Sache, welche mich mehr aufregt, als die ganzen Flachpfeifen die meinen mich mit ihrer Heulsusenmusik vollzumemmen, dann jawohl die Schurken die sich die Grütze auch noch freiwillig reinziehen. Quer durch alle Ecken und Kanten dieses beschränkten Landes, hab ich sie mir genau angesehen. Meistens gespielt cool, ab und zu mal ein Kopfnicken, am Ende sich beschwerend. Ihr wiszt genau wer ihr seid und wie ihr euch benehmt. Meine Fresse, okay. Da ich durch meine Frau Mutter mit einer unheimlich präzisen Beobachtungsgabe gesegnet wurde, stelle ich hier mal die von mir ermittelten Typen eines typischen Publikumspunkers dar.

  • Der/Die beigeisterte Szenehans: Der Typus des begeisterten Szenehonsels entspricht ungefähr dem eines aufgebrachten Robbenbabies im Zoo, wenn der Wärter die leckeren Fischabfälle in die Menge wirft. Gierig nach Aufmerksamheit und Fischabfällen geifernd, schnappft unser/e Freund/in umher, brabbelt wirre Wortfetzen, ab und zu einfach nur lautes Gelächter ohne speziellen Grund. Du triffst ihn/sie entweder vor einer Distrokiste wild am Gestikulieren, oder im Falle von engagierteren Exemplaren hinter einer Distrokiste, Geld zählend. Der/Die Szenehans kennt jede Platte, jede Band, jedes Fanzine, jedes Buch sogar jeden Film oder jede Serie auswendig und klaut sich daraus sämtliche witzige Geschichten zusammen, welche er/sie dann locker in die Gespräche einstreut als wäre die Story direkt aus seinem/ihrem Leben gegriffen. Eigentlich kennt der/die Honsel auch jeden auf der Show dank Facebook und Mundpropaganda. Gegrüszt werden allerdings nur andere Szenehonsels oder Leute die kurz vorm Aufstieg zum Szenehonsel stehen. Meistens spielen die Idioten noch selber in irgendeiner Kackband.
  • Der/Die minderjährige Doppeldepp: Minderjährige Doppeldeppen findet man vorangig auf Punkshows im dörflichen Bereich. Viele gehen noch zur Schule, manche tun es nur heimlich. Wichtigstes Erkennungsmerkmal: Sie sehen grundsätzlich aus, als wären sie vor einer Stunde besoffen unter einer Bahnhofsbank wach geworden. Das da allerdings sehr viel Arbeit und Zeitaufwand dahintersteckt um so unterirdisch scheisze auszusehen, das vergessen so Manche. Vor der Punkshow steht der minderjährige Doppeldepp mindestens fünf Stunden vor dem Badezimmerspiegel des elterlichen Reihenhauses und bearbeitet mit jeder Menge Haarspray, L’Oreal Produkten und Körpersäften seine/ihre hohle Ballerbirne. Wenn die Frisur endlich sitzt und man kleine Babies auf den hammerharten drei-Meter-langen Stacheln aufspießen könnte, werden noch fehlende oder beschädigte Aufnäher oder Nieten an der Jacke ausgetauscht. Jede/r minderjährige Doppeldepp dekoriert sich mit mindestens einem durchgestrichenen Hakenkreuz, merkt meistens aber nicht wann er/sie plötzlich mit Nazis säuft/knutscht/spritzt. Er/Sie ist einfach zu jung um so etwas zu merken. Und natürlich zu besoffen.
  • Der/Die mitgebrachte Student/in: Studenten zeigen sich sehr häufig auf Punkkonzerten. Klar sind auch viele begeisterte Szenehänse gereits an der Uni eingeschrieben und arbeiten fleiszig an ihren Abschlüssen, bei den mitgebrachten Studenten geht es allerdings um etwas völlig anderes. Sie sind sehr häufig mit jemandem aus einer Band oder einem Szenehans befreundet. Manchmal sind sie auch die Integrationshelfer eines minderjährigen Doppeldeppen oder das Pflegepersonal eines senilen Altpunkers. Viel anfangen können sie mit der ganzen Nullmusik hier natürlich nicht. Auf der Autofahrt zur Show lief noch schön ein bisschen alter HipHop aus Hamburg und zuhause auf der WG-Toilette liegt der Musikexpress als Kacklektüre. Für sie bedeutet der Abend im AZ entweder „Menschenzoo“ oder „Mensch sollte auch mal über den Tellerrand schauen“. Am Ende des Abends wird auf alle Fälle ein Jutebeutel mit irgendeinem schlechten Spruch als Siebdruck vom Merchtisch gekauft. Natürlich wird groszzügig ein Euro mehr bezahlt, als verlangt. Besonders dämliche Exemplare erlauben sich hierbei einen Witz und rufen „Aufrunden bitte!“.
  • Der/Die antifaschistische Geheimagent: Du findest ihn/sie nicht direkt. Meistens getarnt durch eine Menge in schwarz gekleideter Genossen oder versteckt hinter der ein oder anderen Mülltonne, hat der antifaschistische Geheimagent immer viel zu erzählen. Zum Einen könnten jeden Moment ein paar Nazis den Veranstaltungsort überfallen, er/sie hat aber für alle Fälle schonmal fünf Pakete Pflastersteine im dritten Stock an jedem Fenster deponiert. Zum anderen muss er/sie sich eine neue Bleibe suchen, da letzte Woche ein Polizeiwagen vor seiner/ihrer Wohnung parkte, als er/sie grade von der Nachtschicht im Krankenhaus zurückkam. Geistesgegenwärtig schmuggelte sich der/die antifaschistische Geheimagent über die Garagendächer über zwei, drei Hinterhöfe zum Kellerfenster des heimischen Wohnblocks. Eine seiner/ihrer leichtesten Übungen war es das Kellerfenster zu zertrümmern und die eigene Haustür aufzubrechen. Im Haus verbarrikadiert, lugte er/sie aus dem Fenster und sah wie der Polizist grade zur Abfahrt bereit, in das vor dem Haus parkende Bullenauto stieg. Eine Gruppe Kindergartenkinder schrie laut „AUF WIEDERSEHEN HERR OBERWACHTMEISTER MEIER“ und winkte ihm mit den grad neu erworbenen Fahrradführerscheinen hinterher. Der Vermieter war über das zerberstete Kellerfenster und die aufbebrochene Wohnungstür natürlich nicht sehr erfreut. Dieser verdammte Kapitalist.
  • die gutgekleideten Jungendlichen: Uninteressiert an der Wand lehnend oder auf Klo diverse Modedrogen ziehend, bilden die gutgekleideten Jugendlichen den Groszteil des Publikums. Optisch längst der angeblichen Punkerzeit entstiegen, können sie bei der Aftershow Party dennoch jeden Hit alter Deutschpunkveteranen souverän mitgröhlen. Es sei denn, sie sind nicht schon irgendwo am bumsen oder längst zuhause. Vor der Show werden daheim vor dem Plattenspieler sämtliche wichtige Textpassagen akribischst einstudiert, für den Fall der Groszteil der Menge fängt an mitzugröhlen. Hält ein/e gutgekleidete/r Jungendliche/r genug Veranstaltungen durch, steigt er/sie automatisch zu einem/einer begeisterten Szenehans auf. Gefeiert werden natürlich nur die etablierten Bands oder die völlig neue, noch total unbekannte Rotzeband mit dem billigen Japansynthesizer. Während der Show darf nur Begeisterung gezeigt werden, wenn mehr als 50% des übrigen Publikums Begeisterung zeigt. Jedoch ist es wichtig darauf zu achten, nie komplett die Fassung zu verlieren und eventuell zu tanzen. Ein lässiges Kopfnicken sollte das Höchste der Gefühle sein. Ansonsten steht der/die allgemeine gutgekleidete Jugendliche schillernd, einen Halbkreis mit dem Rest des Publikums bildend, vor der Band und hält sich an seinem Getränk fest. Oft wirkt es, als müsze er/sie sich konzentrieren damit ihm/ihr das Bier schmeckt.
  • der senile Altpunker: Seine/Ihre besten Tage sind lange gezählt, daraus wird kein Hehl gemacht. Zwei Zähne fehlen auf alle Fälle. Interessiert schaut sich der/die senile Altpunker die Bands an, schwelgt dabei in Erinnerungen an Früher. Nichts als Verachtung hat er übrig für die gutgekleideten Jugendlichen oder die mitgebrachten Studenten. Damals als das Haus besetzt wurde, welches sie nun als „ihr AZ“ bezeichnen, war er selbst dabei und hat kassiert und ausgeteilt. Was wissen diese Maden darüber? Zumindest alles was er ihnen bei jeder Gelegenheit vorkaut, je nach Alkoholpegel. Er/Sie bleibt meistens bis ganz zum Schlusz, da er/sie bei der dritten Band auf seinem Köter einpennt. Sollte er/sie doch noch den Weg nachhause schaffen, schreitet er/sie einen pennenden Kollegen wie ein Mistkäfer einen Haufen Scheisze vor sich herrollend, von dannen.
  • der/die hängengebliebene SxE-Nulpe: Der Abend läuft nur gut für die hängengebliebene SxE-Nulpe, wenn mindestens einer Gruppe von minderjährigen Doppeldeppen die Kaliskaya Pulle aus den Griffeln geboxt werden kann. Es wird versucht so viel Spasz wie möglich zu haben, da die hängengebliebene SxE-Nulpe zeigen musz, das auch ohne Alkohol Spasz gehabt werden kann. Heeeey guckt mal wie cool ich rumhample und die Faust balle und ich brauch dafür nichtmal ein Bierchen uuuh und ich rauche auch garnicht. Fick dich, wen intressiert das? Du wirst ausgelacht wenn dich in zwei Jahren jemand mit deinem SxE-Pride Tattoo besoffen in der Bahn sieht. Gespräche werden immer auf Veganismus gelenkt, egal ob das Ausgangsthema Essen&Trinken oder die aktuellen Fuszballergebnisze waren.
  • Der/Die Veranstalter/in: Die gröszte Kackbratze hier.

Das wars soweit. Nur acht verschiedene Typen. Wo bleibt denn da die Vielfalt? Schämt euch!

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Oma Hans im Gebäude 9 zu Köln // 20.02.2014

by doktordoof

Oma%20HansTrümmer Booking teilt mit: „Nein, es wird keine OMA HANS-Reunion geben! Diese 3 Konzerte sind eine einmalige Angelegenheit.“ Tja okay, ich sag mal so: ZUM GLÜCK! Verdammt, was war das wieder für eine bodenlose Frechheit gestern im Gebäude 9. Aber ich lass die Ereignisse mal der Chronologie nach Revue passieren. Ich fing morgens schon an zu kotzen. Ob das jetzt an dem vorherigen Abend vor dem Bachelor oder an der Tatsache, das sich die Greisen von Oma Hans des lieben Geldes wegen noch einmal bitten lassen, lag, sei mal dahin gestellt. Schön immer einen auf AntiAnti machen und dann so eine Scheisze. Ich mein von SLIME darf man ja gewohnt sein, die ab und an mal beim McDonalds frühstücken zu sehen, aber Rachut? Meine Fresse, dieser übertrieben miese Troll. Er weisz doch selbst was er ist. Also wie dem auch sei. Schnell eine Aspirin Complex Ladung verpasst und auf nach Köln ins Gebäude 9. Meine Wegbegleiter vollends begeistert, schon VOR dem eigentlichen Konzertbeginn. Na wenn da mal niemand bitter auf die Schnauze fliegt heute Abend. Wie kann man sich denn vor einem Konzert darauf freuen? Also ich als Mann von der Basis will erstmal was sehen für mein Geld. Am Laden angekommen stellen wir fest, das noch massig Karten an der Abendkasse zu haben sind. Haha, hat sich der Jens wohl bisschen überschätzt. KEIN SCHWEIN INTRESSIERT SICH MEHR FÜR ROTWEINTRINKENDE VERBITTERTE ALTROCKER, JENS! Soll er einfach wieder ins Theater sich verpiszen, oder nachhause gehen und sich einen auf das arte-Nachmittagsprogramm schlackern. Naja, meine Laune könnte besser sein, denk ich mir noch so als die erste Band anfängt. Les Trucs aus was weiß ich wo, wahrscheinlich Berlin. Und die Keyboardfratze kommt vielleicht aus London weil sie da grade ein beschiszenes Schulpraktikum macht. Dämliche Künstler. Ja ich weisz, ich schein was gegen verkünstelte Kacke zu haben. Aber ich check nicht wieso jemand etwas so ausdrückt das es keine Sau kapiert wenn er doch angeblich ach so viel zu sagen hat. Kommt mir jetzt nicht mit Interpretationsfreiraum, da kann man mir nicht mit kommen. Wahrscheinlich aufm Gymnasium schon immer ne eins in deutsch gehabt wa? Während der Show von Les Trucs ist bei mir quasi 30 Minuten Pinkelpause. Ich pisz extra neben das Piszoir um meinem Unmut Ausdruck zu verleihen. Die Pisze suppscht mir schön auf meine Stoffschuhe und vielleicht hab ich ja später noch die Möglichkeit sie Rachut über seinen Rotweinpullen auszuwringen. Gute Aussicht. Zu Les Trucs bleibt zu sagen, das Antitainment schon verdammt groszkotzige halbgevögelte Musik für Leute war, die im Sportunterricht immer als Letzte auf der Bank sitzen blieben. Auch ich wurde zwar nicht so oft gerne in die Mannschaften beim Schulsport gewählt, aber ich hab mir danach wenigstens nicht zu Antitainment in die Hosen gekackt. Les Trucs sind grob runtergebrochen wie Antitainment minus die wenigen ertragbaren Elemente von Antitainment. Einfallslos, nurnoch Keyboards, bisschen Rumgeheule. Nee Nee, nichts für ungut, aber Les Trucs reiszen nun wirklich keinen Zacken aus meiner Krone. Passt ja zu 36748_image_2Oma Hans. An dieser Stelle groszes Lob an das Schrumpfhirn was diese beiden Bands zusammen gebucht hat. Scheisze und Scheisze passt gut zusammen und ergibt einen groszen Haufen. Hat er/sie sehr gut rausgefunden. Damals zuhause aufm Pott. Also der Bahnhofstoilette. Nach 5 Liter Bier und dieser Kackband Les Trucs stiefeln dann endlich Rachuts Augenringe auf die Bühne. Gefolgt von seinen unwichtigen gesichtslosen Mitmusikern. Der weise Poet bewegt sich fort wie ein Bierkrug auf dem Oktoberfest. Es wirkt als würde er auf zwei in ein Dirndl gepresste Quetschtitten hin und her wabbern.“Habt ihr da Bock drauf??“ ruft er durch seine blaugefärbten Rotweinlippen in den fast leeren Raum. Danach schmeiszt er zwei Plektren vor unsere Füsze. Was soll der Scheisz? Auf gehts, langes Intro. Gestartet wird mit dem ersten Song der zu Unrecht so gehypten Platte Peggy. Gähn. Während des stundenlangen Instrumentalparts wirkt Rachut auf der Bühne wie ein Fremdkörper. Wie ein Busfahrerlehrling der während der Fahrt 457 fünf Haltestellen lang dem Busfahrer über die Schulter guckt und versucht sich diese lebensverneinende Tätigkeit irgendwie schön zu reden. Ich beobachte, wie er drei Minuten vor seinem Gesangeinsatz mit Taschenbillard versucht, seine Nutzlosigkeit zu übertünchen. Und dann verpasst er den Einsatz und kommt garnicht mehr klar. Groszen Schluck Rotwein. Zweiter Song fängt an, das Mikro fiept. Es wirkt als würden uns zwei Augenringe anbrüllen in einer undefinierbaren eigens erfunden Doofsprache. Kopfschütteln auch hier in der letzten Reihe. An der Garderobe werden die ersten Jacken zurück verlangt. Rachut erwähnt, das es hinten auch ein paar T-Shirts und Platten zu kaufen gäbe. Ein Trauerspiel würd ich meinen. Hiermit machen sich Oma Hans ganz sicher keine Freunde. Zwar haben sie doch das Tor zur Hölle aufgestoszen und uns Bands wie Turbostaat oder diese vor Arroganz und Belanglosigkeit triefenden Marathonmann beschert. Aber wer soll ihnen dafür bitte dankbar sein? Zeig mir die. Nenn mir nur einen Namen. Rachut weisz anscheinend selber was er damit verbrochen hat. Vorbei all die kühne Unberechenbarkeit und schiere Wut von einst, vorbei das lustige Fischerhütchen. Was bleibt ist ein missverstandener Spinner, der eher an einen Ork oder zumindest einen Tabletop-Rollenspieler der ersten Generation erinnert, als an einen gefeierten Punkpoeten von Anno Dazumal. Nee, mit dieser Reunionshow haben sich Oma Hans nun wirklich keinen Gefallen getan. Als ich vorzeitig den Laden verlasse, höre ich noch dumpf aus dem Bühnenbereich der Halle, wie Rachut nach ein wenig mehr Stimme auf dem Monitor fragt. Ich spucke einen groszen Haufen goldgelber Schlabberrotze in eine Pfütze vor dem Gebäude 9 und sehe zu wie sie im dreckigen Regenwasser untergeht. Und das mein ich nicht nur als Metapher für Oma Hans, ist nämlich wirklich passiert.

Punk im Pott 2013, Tag 2 (28.12.2013)

by AlterVerwalter

Gestern war es schon unmöglich, heraus zu finden, was an diesem Festival Punk sein soll. Vielleicht ja doch die Unmengen an Nix-Gut-Kids in ihren von Mama finanzierten Lederjacken. Die Musik war es jedenfalls nicht!

Heute wieder ein ähnliches Bild vor der Halle: Die anwesenden Gestalten haben noch  genügend Restpegel, um Silvester auch ganz sicher verschlafen zu müssen, auch die örtlichen Sicherheitskräfte sehen nicht gerade glücklich aus. Dass es überhaupt noch so weit kommen muss: SICHERHEITSKRÄFTE bei nem Punk-Festival! Bindet doch direkt jedem ’ne Kette ans Bein!

Als ich eintreffe, spielen noch SCHMEISIG, wie bereits gestern Abend, wo ich bereits schreiend Reißaus nahm. Fiel dem Veranstalter nichts Besseres ein?
DIE SHITLERS. Witz komm raus, der Name ist ja schon selten beschissen. Die Typen selbst haben sichtlich keine Ahnung von Punk, halten sich aber für die neuen TOTEN HOSEN. Bloß weg!
BARB WIRE DOLLS. Na klar, ne Sängerin die viel Haut zeigt und Musik die eher Rock’n’Roll als Punk ist. Wenn die Lieder wenigstens Klasse hätten, aber das ist echt Ohrenvergewaltigung.
HOTEL ENERGIEBALL. Ist heute der Tag der beschissenen Bandnamen? Musik genauso einfallslos wie alles am heutigen Tage.
CRUSHING CASPARS. Diese Metalcore-Kacke war noch nie Punk, merkt euch das!
THE TOTEN CRACKHUREN IM KOFFERRAUM. Oh, total wild, Provokation, Elektro auf ’nem Punkfestival, der Gitarrist zeigt seinen Schwanz und die Sängerinnen ihren Ausschnitt. Geht bitte zurück zu TV TOTAL, wo ihr hin gehört!
THE IDIOTS. Ach bitte, die hätten in der Versenkung bleiben können. Ähnlich wie MARIONETZ gestern, nur ein Originalmitglied und das tut auch nichts weiter als seine Pflicht absolvieren.
KNOCHENFABRIK. Um mich rum eine Horde Kiddiepunks, die offensichtlich ALLES zum Brüllen komisch finden, was der Sänger sagt. Gähn.
MASSENDEFEKT. Wie kann man sich diese SCHEISSE ernsthaft geben? Sind wir hier  bei ROCK AM RING? Kotz kotz kotz!
SCHLIESSMUSKEL. Reunion die Fünfmillionste. Und es wird nicht besser. Noch schlimmer sind die Kiddiepunks, die so tun, als würden sie die Lieder tatsächlich noch kennen. Pustekuchen.
DIE MIMMIS. Riecht alles sehr nach Standardshow und aufgewärmten Kamellen. Nee ey.
ABSTÜRZENDE BRIEFTAUBEN. Hatten wir das schon, die Reunions mit nur einem Originalmitglied? Was Micro hier serviert, ist einfach nur vergammelter Brotbelag.
EGOTRONIC. Zur „Tarnung“ ne Gitarre dabei, aber es bleibt trotzdem Techno-Gestampfe mit einfallslosen Texten. Ekelhaft. Was hat das auf nem Punkfestival verloren?
LOIKAEMIE. Fleischmützenträger olé. Dermaßen langweilig, da machen MASSENDEFEKT ja bessere Rockmusik.
FEINE SAHNE FISCHFILET. Tätä, immer schön gegen dies und gegen das wettern, und doch klingt alles wie vom Teleprompter abgelesen. Vorpommerns gefährlichste Band? Dass ich nicht lache!

Fazit: Das PUNK IM POTT macht seinem Namen alle Ehre. Könnte auch PUNK FÜR DIE TONNE heißen, so einen riesigen Haufen überflüssiger Scheiße hat man selten auf einer Bühne gesehen. Von dem, was da so vor der Bühne stand, ganz zu schweigen. Wo bleibt GG ALLIN, wenn man ihn braucht??

Punk im Pott 2013, Tag 1 (27.12.2013)

by AlterVerwalter

Na klar! „Das Fest nach dem Fest“, verspricht uns die Werbung. Alleine der Begriff „Werbung“ sagt uns ja schon, dass es hier einzig und alleine darum geht, den Kiddies ihr teuer erschenktes Weihnachtsgeld wieder aus den Taschen zu ziehen. Obwohl das „Punk im Pott“ doch eigentlich doch wieder nur ein Manifest des Spießbürgertums darstellt. Geschickt zwischen den Weihnachtsfeiertagen und Silvester gelegen, damit Schüler und Arbeiterklasse gleichwohl Zeit haben, nachdem sie vorher im Kreise ihrer Verwandten dem christlichen Weihnachtsfest gefröhnt haben.
Bei all dem Protest gegen herrschende Gesellschaftsnormen ist den Veranstaltern selbstverständlich daran gelegen, die eigenen Besucher ja nicht in Kontakt mit „Normalbürgern“ kommen zu lassen. Es könnte sich ja jemand beschweren! Ohgott, und das wollen wir ja nicht. Brav kuschen vor den Obrigkeiten, ein Shuttlebus soll die schwankenden Punks gen Halle bringen. Ein armseliges Subjekt nimmt dies direkt zum Anlass, mal auszuprobieren, ob der Notfallhammer auch funktioniert. Und er schlägt die Scheibe ein. Soll DAS Protest sein? Gegen was? Früher hat man sich wenigstens noch mit Nazis oder zumindest Bullen geprügelt, heute müssen wehrlose Transportmittel daran glauben. Transportmittel, die einen zum Ziel der Reise bringen sollen.

Turbinenhalle, angekommen, alles ekelhaft. Der Parkplatz ist matschig, man weiß nicht ob das vom Regen kommt oder von den wandelnden Alkoholleichen, die hier mit Kotze besudelt über den Boden torkeln. Die einzigen, die noch gerade stehen können, sind die Unmengen an Pfandsammlern mit ihren großfasrigen Ikea-Tüten und Einkaufswagen.

Aber wir sind ja wegen der Musik hier.
JOHNNIE ROOK sind die erste Band. Stumpfe Musik die als einzige Emotion die geradezu ekelhaft gute Laune der Sängerin vorzuweisen hat. Und sowas nennt man heutzutage Punkrock.
ROGERS. Keine Ahnung ob ihre Vorbilder DIE TOTEN HOSEN, BROILERS oder BÖHSE ONKELZ heißen, aber die Musik ist ähnlich nichtssagend. Kotz.
MARIONETZ, wenigstens mal eine Band die noch den Spirit von „früher“ im Blut hat – stopp! Im Blut haben sollte. Was Sigi Pop und seine zusammen gecastete Ösi-Truppe da servieren, schmeckt eher nach aufgekochtem Kaffee als nach den Pogo-Eskapaden der Achtziger.
WILDE ZEITEN. Schreiend renne ich raus. Jetzt verstehe ich, warum hier alle nur noch saufen, das ist ja nicht auszuhalten ohne mindestens 3 Promille!
BOSKOPS. Schon wieder so eine Legende, angetreten um ihr eigenes Erbe zu vernichten. Langweilig und ohne Leidenschaft. Setzen, sechs.
DRITTE WAHL. Die hätten sich vor 20 Jahren auflösen sollen. Mit Keyboard und Stadionrock gewinnt man keine Straßenschlacht.
RANTANPLAN. Ska war schon immer ein Ekzem am Arsch des Punkrock. Da bekommt man schlechte Laune.
TROOPERS. Großer Stiernacken-Sänger und einfallslose Oi-Mucke. Ich hab nie verstanden, warum um die Band so ein Kult gemacht wird.
LOS FASTIDIOS. Jedes Lied klingt gleich. Kein Wunder, dass sich die Halle spürbar geleert hat.
FARBENLEHRE. Polenpunk mit zu vielen Experimenten, um auch nur irgendwie fesseln zu können. Schrecklich.
SCHMEISIG. Leute, ist das euer Ernst? Countrybarden versuchen, einen auf Punk zu machen, indem sie Metalsongs covern. Ganz ganz schlechte Idee.

Soweit der erste Tag Punk im Pott. Das soll es also sein, was zeitgenössischer Punk zu bieten hat? Wollen wir hoffen, dass der nächste Tag besser wird. Jetzt erstmal zurück ins Hotel.